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Bürgermeister Gerhard Schultheiß und Landrat Thorsten Stolz (Dritter und Vierter von links) übergaben die grundsanierte Drehleiter. Foto © privat
Bürgermeister Gerhard Schultheiß und Landrat Thorsten Stolz (Dritter und Vierter von links) übergaben die grundsanierte Drehleiter. Foto © privat

(Windecken/pm) - Fast ein Jahr lang war die in Windecken stationierte Drehleiter nicht einsatzfähig, das Hubrettungsfahrzeug wurde in Kandel bei Karlsruhe einer „grundhaften Erneuerung“ unterzogen, stellte Landrat Thorsten Stolz fest. Der Landrat war nach Windecken gekommen, weil der Kreis bei der Beschaffung der von einer holländischen Berufsfeuerwehr übernommenen Drehleiter 50 Prozent des Kaufpreises beigesteuert hatte und die Reparaturkosten in Höhe von 90 000 Euro zur Hälfte übernommen hat. Bürgermeister Gerhard Schultheiß betonte, wie wichtig dieses Fahrzeug für das örtliche und überörtliche Brandschutzkonzept ist. „Mit der Stationierung dieses Fahrzeuges in Windecken können wir zum Beispiel auch im Baurecht andere Wege gehen“, beschrieb der Rathauschef einen nicht unwichtigen Aspekt.

Vorrangig sei allerdings die schnelle Einsatzbereitschaft, die durch die Freiwillige Feuerwehr Windecken gewährleistet sei. Dort hätten zehn Feuerwehrkameraden eine zusätzliche Ausbildung zum Maschinisten gemacht, weitere Zwei kämen in diesem Jahr hinzu, so dass die Drehleiter 24 Stunden einsatzbereit sei.

„Solch ein auch feuerwehrtechnisch herausragendes Fahrzeug könnte auch den einen oder anderen Jugendlichen dazu motivieren, in die Jugendfeuerwehr einzutreten. Denn die Nachwuchsförderung muss weiterhin stark im Fokus stehen, denn eine Berufsfeuerwehr würde die Stadt Nidderau etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahr kosten“, rechnete Bürgermeister Schultheiß vor.

„Ende 2014 war das Hubrettungsfahrzeug Baujahr 1993 zum Preis von 65 000 Euro angeschafft worden, für ein Neufahrzeug hätten Stadt und Kreis rund 700 000 Euro auf den Tisch legen müssen“, stellte Stadtbrandinspektor Volker Reis fest. Die Drehleiter werde nicht nur bei Feuerwehreinsätzen gebraucht, zunehmend würden auch Rettungsdienste das Fahrzeug anfordern, berichtete Reis. Beim jüngsten Brand in Erbstadt sei die Drehleiter noch in Reparatur gewesen und ihr Fehlen hätte sich schmerzlich bemerkbar gemacht.

„Seit Juli 2015 ist das Hubrettungsfahrzeug zu 66 Einsätzen in Nidderau, Schöneck, Maintal und Erlensee angefordert worden“, stellte Landrat Thorsten Stolz die überörtliche Bedeutung der Drehleiter heraus. Kreisbrandinspektor Busanni berichtete, dass die Spezialfirma unter anderem den kompletten Leiterpark erneuert, eine LED-Beleuchtung installiert, die Stützen ausgetauscht und den Unterboden saniert habe.

„‘Antje‘ ist wieder im Stall“, freute sich beim Ortstermin der Windecker Wehrführer Torsten Lind. Wegen ihrer niederländischer Herkunft hatten die Wehrmänner die Drehleiter „Antje“ getauft und ihr als Glücksbringer sogar ein Paar Holzschuhe spendiert. Nun sei auch die Zeit vorbei, wo bei den Wehrleuten, die eine zeitaufwändige Zusatzausbildung absolviert hatten, wegen der langen Reparaturarbeiten etwas Frust aufgekommen war. „Jetzt sind alle Kameraden wieder voll motiviert“, konstatierte Lind.