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Nach TCM-Tradition verabschiedet der Vorgänger den aktuell scheidenden Vereinsvorsitzenden aus seinem Amt. Im Bild Ansgar Wille (links, Vorsitzender bis 2014) dankte Guido Stöcker für vier Jahre gute Arbeit und überreichte ihm einen edlen Tropfen.

(Mittelbuchen/pm) - Als der Vereinsvorsitzende Guido Stöcker die Jahreshauptversammlung des Tennisclubs Mittelbuchen eröffnete und zunächst einige Ehrungen vornahm, war die Welt des TCM noch in Ordnung. Als es jedoch gegen Ende der Veranstaltung im Rahmen der anstehenden Neuwahlen um seine Nachfolge ging, lief das Schiff auf Grund – es konnte niemand gefunden werden, der das Amt des Ersten Vorsitzenden übernehmen wollte.

Zunächst nahm die jährliche Mitgliederversammlung ihren gewohnten Verlauf. Guido Stöcker ehrte für 25-jährige Mitgliedschaft Holger Burkhardt, Gisela und Rainer Hinkelmann, Stefan und Dagmar Maisch sowie Tanju Toperi. Stöcker führte aus, dass das Jahr 2017 von hohen Sonderausgaben geprägt war, die durch eine Grundsanierung der Tennisplätze, den Bau einer Boule-Anlage sowie die Errichtung eines neuen Geräteschuppens begründet waren. Er betonte, dass alles sehr reibungslos vonstatten ging und dankte in diesem Zusammenhang in erster Linie dem Vorstandsmitglied Ferdinand Deiss, dem es gelungen war, Fördergelder und Spenden in einer Höhe zu mobilisieren, die den ursprünglich angedachten Finanzierungskredit überflüssig machten.

Ausgesprochen erfolgreich verliefen für den TCM im Jahr 2017 auch die Teilnahmen am Dorfbrunnenfest und am Mittelbuchener Weihnachtsmarkt. Weniger zufriedenstellend gestaltete sich jedoch trotz guten Besuchs das Osterfeuer, da hier die Einnahmen fast gänzlich für die Reinigung des Platzes und den Abtransport des teilweise unbedacht mit dem Brennholz angelieferten Mülls zu entrichten waren. Guido Stöcker kündigte an, dass es in diesem Jahr dennoch wieder ein Osterfeuer geben werde, man werde aber bei der Wahl des Brennmaterials akribischer sein.

Sportwart Martin Keil berichtete von einer durchwachsenen Saison 2017, in der sich die U18 der Damen, die Erste Herrenmannschaft sowie die Herren 70 positiv abhoben. Die U18 der Damen belegte den dritten Platz und die Erste Herrenmannschaft verpasste ebenfalls mit Platz drei nur knapp den Aufstieg in die nächst höhere Klasse. Noch besser machten es die Herren 70, deren Mannschafts-Spielgemeinschaft mit Schöneck ungeschlagen den Aufstieg in die Gruppenliga schaffte. Ein sportliches Highlight sei auch das hochkarätig besetzte LK-Turnier der Herren 30 gewesen, bei dem auch sechs Spieler des TCM am Start waren.

Dann wurde es ernst! Guido Stöcker verabschiedete sich – wie bereits im September des Vorjahres angekündigt – als Erster Vorsitzender, da es ihn beruflich nach Köln verschlagen hat. Vier Jahre hatte er den Vorsitz inne und hat in dieser Zeit vieles auf den Weg gebracht. Er dankte seinen Vorstandskollegen für die gute Kooperation und betonte noch einmal die Wichtigkeit und Bedeutung von Ehrenämtern im Verein. Er stellte gleichzeitig klar, dass die Anforderungen und Erwartungen an ein solches Amt auch mit der Zeit mitgehen müssen und ein Verein davon lebt auch etwas zurückzugeben.

Im Rahmen der nun anstehenden Neuwahlen wurde um Vorschläge für einen Nachfolger gebeten. Was sich jedoch in den letzten Monaten bereits angedeutet hatte, setzte sich in der Jahreshauptversammlung fort. Monatelang hatte man erfolglos versucht, einen Nachfolger zu mobilisieren und auch unter den 62 stimmberechtigten Mitgliedern, die zur Versammlung gekommen waren, war niemand, der sich bereit erklärte, dieses Amt zu übernehmen. Es machte sich Verzweiflung breit und eine Dame der Gründergeneration wies noch einmal darauf hin, mit wie viel Leidenschaft und Herzblut diese wunderschöne Anlage an der Kesselstädter Straße vor fast 40 Jahren errichtet wurde und dass man diese doch erhalten müsse – aber es half nichts. Einen kleinen Hoffnungsschimmer ließen dann zwei Vereinsmitglieder aufglimmen, die einräumten, wenn sich absolut niemand finden lasse, würden sie zumindest darüber nachdenken, was aber so spontan keinesfalls als Zusage gewertet werden dürfe.

Dem eigentlich scheidenden Vorstand blieb somit nichts anderes übrig, als zurückzukehren und die Vereinsgeschäfte kommissarisch wieder aufzunehmen und die jetzt notwendigen Schritte einzuleiten. Dies wäre in erster Linie, die Suche nach einem neuen Vorsitzenden fortzusetzen, in der Hoffnung, in den Reihen der Vereinsmitglieder doch noch fündig zu werden. Ansonsten drohe dem Verein tatsächlich das Aus.