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Gestalteten einen sehr lebendigen „Tag für die Musik“: Dozentinnen und Dozenten mit Schülern der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau unter Leitung von Schulleiter Jörn Pick (Zweiter von links). Foto © PHM
Gestalteten einen sehr lebendigen „Tag für die Musik“: Dozentinnen und Dozenten mit Schülern der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau unter Leitung von Schulleiter Jörn Pick (Zweiter von links). Foto ©  PHM

„Ein Tag für die Musik“: PHM begibt sich auf „Spurensuche“ mit Hindemith

(Hanau/pm) -Paul Hindemith auf dem Boden liegend und dabei Zugweichen stellend, Hindemith mit falschem Bart neben seiner Frau Gertrude, Hindemith beim Blödeln mit seinen Musikkollegen: Die Paul-Hindemith-Musikschule Hanau (PHM) begab sich nunmehr in Kooperation mit dem Kultursender hr2 auf „Spurensuche“ beim „Tag für die Musik“, der in ganz Hessen mit rund 50 Konzerten gefeiert wurde.

Die PHM hatte sich mit dabei ihrem Namensgeber und in Hanau geborenen Komponisten Paul Hindemith von zwei Seiten angenähert.

Auf musikalischer Seite brachten der MKK-Kultur-Preisträger Philipp Mellies mit seiner Schülerin Stefanie Hollborn (beide Querflöte), Anne Paul mit ihrem Schüler Alexander Neels (beide Violine) und die MKK- Kultur-Preisträgerin Yeo-Jin Park mit ihrem Schüler Kevin Gyojun Ku einige der kompositorischen Perlen hervor, die Hindemith auf kammermusikalischem Gebiet hinterlassen hat. Hier konnten sich die Zuhörer ein Bild von Hindemiths dichter und fordernder Tonsprache machen. Insbesondere die PHM-Schüler waren hier zu loben, konnten sie die nicht einfach zu spielenden Stücke doch sehr eloquent und auch packend darstellen. Als regelrechte Kleinode erwiesen sich die „Acht Stücke für Flöte allein“ sowie die Klaviersonate Nr. 3, hier der 1. und 3. Satz, die nicht mit zupackendem Esprit geizte.

Die Spurensuche wurde von PHM-Schulleiter Jörn Pick symbiotisch ergänzt. So zeichnete er doch ein sehr menschelndes Bild von einem Komponisten, der bis zum heutigen Tage in der ganzen Welt ein hohes Ansehen genießt. So konnten die Zuhörer viel von Hindemiths tiefgründigem Humor erfahren, der sich im gemeinschaftlichen Eisenbahnspiel bis in die frühen Morgenstunden oder auch in seinen zahlreichen Zeichnungen äußert. Pick zeichnete den Weg des Hanauer Komponisten anhand von historischen Bildern, garniert mit Zitaten von Hindemith sehr anschaulich nach. Großes Interesse fand dabei unter anderem auch Hindemiths zeichnerische Darstellung seiner Frau Gertrude, die immer wieder als Löwin zwischen Notenzeilen hervorlugt.

Insgesamt erlebten die Zuschauer auch Dank des Hessischen Rundfunks als Ideengeber einen sehr entspannten aber nicht minder informativen Vormittag von und mit Paul Hindemith. Der nächste „Tag für die Musik“ soll wieder in zwei Jahren stattfinden.