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Grüne Bruchköbel: „Neue Mitte“ angehen

(Bruchköbel/pm) - „Die Grünen in Bruchköbel sehen die am Dienstag, 13. März 2018, zur Abstimmung anstehenden Planungen für die Neue Mitte in vielen Punkten kritisch, werden ihnen aber zustimmen“, erklärt deren Fraktionsvorsitzender Uwe Ringel in einer aktuellen Pressemeldung der Partei. „Denn wenn wir jetzt nach fast zehnjähriger Diskussion erneut kneifen, wird es auf Jahre hinaus keinen neuen Anlauf geben – und das würde den Todesstoß für eine attraktive und lebenswerte Innenstadt bedeuten!“


Mit genau diesem Ziel, Bruchköbel fit für die Zukunft zu machen, hatten die Grünen zu Beginn des Jahrzehnts die Idee einer „Neuen Mitte“ in die Diskussion gebracht. Nachdem das Projekt seinerzeit insbesondere von zwei Fraktionen torpediert worden war, bewiesen sich die Grünen in den Folgejahren als Treiber in dem schwierigen und oft kritisierten Prozess, die Innenstadtentwicklung auf breiter Mehrheitsbasis voranzutreiben. Auch vor der jetzt anstehenden Entscheidung waren sie es, die eine verzagte kleine große Koalition dazu bringen mussten, ihrem eigenen Projekt zuzustimmen. „Wir können der Koalition nur sagen: Macht es, dafür habt Ihr die klare Mehrheit – unsere Unterstützung habt Ihr, auch wenn Ihr sie nicht braucht“, sagt die Grüne Patricia Bürgstein. „Wir werden aber unverändert deutliche Kritik an den Punkten üben, die wir für falsch halten.“

Hauptkritikpunkt der Grünen bleibt, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, sich als Stadtverwaltung mit einem „Stadthaus“ in der 1a-Lage ein Denkmal zu setzen. Die guten Lagen hätten genutzt werden sollen, um attraktive Räume für kleine Einzelhandelsgeschäfte und Arztpraxen zu schaffen. Für die städtischen Einrichtungen wäre ein weniger prominentes Auftreten der heutigen Definition als Dienstleister eher gerecht geworden. Die Tiefgaragenplanung halten die Grünen unverändert nicht für eine glückliche Lösung. Hier wird es darauf ankommen, eine gute Gebühren-Lösung für den innerstädtischen Einzelhandel zu finden und insgesamt werden große Anstrengungen nötig sein, das Verkehrskonzept auf weniger Autoverkehr und mehr öffentlichen Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr umzustellen, damit das Tiefgaragenkonzept dauerhaft erfolgreich werden kann. Ob auf nachhaltiges und ökologisches Bauen schließlich ebenso großer Wert gelegt wird wie auf den repräsentativen Charakter, ist bisher weitgehend offen geblieben. Die Energieversorgung des Gebäudes wollen wir umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten als das bisher geplant ist.

„Wir sind teilweise natürlich auch skeptisch bezüglich der finanziellen Belastung, die der Stadt Bruchköbel in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aufgebürdet wird. Und wir sind uns auch bewusst, dass vor allem bei der derzeit volatilen Situation im Bauwesen finanzielle Risiken über die skizzierten finanziellen Belastungen hinaus da sind, stellt Uwe Ringel fest. „Demgegenüber steht die Notwendigkeit des Handelns, der Mangel an Alternativen, die große Wahrscheinlichkeit, dass ein Abwarten die finanziellen Risiken eher vergrößert und nicht zuletzt die Chancen, die das Projekt mit sich bringt. Dazu zähle ich eine höhere Frequentierung der Innenstadt, welche für die Stadt einen Mehrwert bringt.“

Eine klare Absage erteilen die Grünen denjenigen, die immer wieder eine Sanierung des heutigen Rathauses in die Diskussion bringen. Das Gebäude ist inzwischen eine Zumutung für die dort Beschäftigten; dort noch zu investieren hieße Geld aus den undichten Fenstern zu werfen.

„Wir werden den weiteren Planungen zustimmen“, erklärt Uwe Ringel abschließend. „Ohne Euphorie, dafür mit einigen Bauchschmerzen. Entscheidend ist für uns aber, dass es im Herzen unserer Stadt endlich vorangeht, dass Bruchköbel gegenüber den Nachbarkommunen nicht noch weiter abgehängt wird, sondern als Einkaufs- und Lebensort wieder attraktiver wird. Die zurückliegenden acht Jahre waren schon Verlust genug“.