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CDU und SPD wollen Geschwindigkeits-Warnanlagen anschaffen

(Bruchköbel/jgd) – „Wird in Bruchköbels Straßen zuviel gerast?“ hatte der BK in einer seiner letzten Ausgaben gefragt. Das Thema war zuvor in den sozialen Medien hochgekocht, und die Diskussionen um das Verhalten einiger Autofahrer darüber, sie gehen immer mal wieder von vorn los. Das Thema ist inzwischen auch in Stadtverwaltung und Politik angekommen. CDU und SPD werden bei der nächsten Stadtverordnetensitzung (Dienstag, 20 Uhr, Rathaus) mit einem gemeinsamen Antrag zu dem Problem herauskommen.

Im Vergleich zu den gängigen Methoden, des Problems Herr zu werden (etwa durch "Blitzer"), verfolgt dieser Antrag einen zumindest für Bruchköbel neuen Ansatz. Klar sei, dass die derzeitige Verkehrsüberwachung modernisiert werden müsse, so Thomas Sliwka, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, gegenüber dem BK. Die alten Anlagen im Stadtgebiet sorgten nur punktuell für das Herabsetzen der Geschwindigkeit. Das Ordnungsamt plane deswegen die Anschaffung zweier neuer, mobiler Digitalradargeräte, sowie den Einsatz eines zusätzlichen "Blitzer"-Fahrzeuges. Man wolle nun aber auch, inspiriert durch die letzten Diskussionen in Bruchköbel, zusätzlich auf eine „sanfte“ Ansprache der Autofahrer setzen, so Thomas Sliwka.

CDU und SPD planen demnach, über den Zeitraum von einem halben Jahr hinweg einen Testlauf mit zwei mobilen „Geschwindigkeitsdisplays“ zu praktizieren. Gemeint sind damit jene leuchtenden Warntafeln, die man bisweilen am Ortseingängen sieht. Wer sich diesen Tafeln als Autofahrer zu schnell nähert, bekommt zum Beispiel einen gelben oder roten Smiley zu sehen, zusammen mit der Angabe „Langsamer! Sie fahren XX km/h“. Studien haben gezeigt, dass dies die meisten Autofahrer direkt anspricht. Der Aufmerksamkeitseffekt ist hoch. Die Autofahrer bremsen in der Regel herunter.  Inzwischen gibt es interessante Weiterentwicklungen der Displays. Diese zeigen dem Autofahrer eindrucksvolle Grafiken und Bilder – und signalisieren ihm, wenn er seine Geschwindigkeit anpasst, zur Belohnung ein freundliches „Danke!“. Die mobilen Anlagen sind im Grunde recht preiswert (die Rede ist von deutlich weniger als 10.000 Euro je Station): Und sie können auch Verkehrsströme aufzuzeichnen. Stellt man sie im Stadtgebiet mal hier, mal da auf, und lässt sie die Anzahl der vorbeifahrenden Autos, die Geschwindigkeiten in beide Richtungen und die Uhrzeiten aufzeichnen, so gewinnt man mit der Zeit einen durch Daten gestützten Überblick über die „neuralgischen“ Punkte und Tageszeiten im Stadtgebiet. Das Ordnungsamt könnte diese Daten auswerten und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen anregen, um Gefahrenstellen zu entschärfen.